Brain Painting

Die Idee zum Brain Painting hatte der Künstler Adi Hoesle, motiviert durch die ALS Erkrankung von Jörg Immendorf. Brain Painting basiert technisch auf so genannten EEG-Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCI für Brain-Computer-Interfaces). Die software-technische Grundlage für das Brain Painting ist das BCI2000-System, das am NIH in den USA entwickelt wurde. Die Brain Painting Anwendung wurde an der Universität Würzburg programmiert (Prof. Dr. Andrea Kübler). Beim Brain Painting wird die P300-Komponent im EEG verwendet, d. h. der Künstler konzentriert sich auf eine unter mehreren möglichen Aktionen. Nach einigen Sekunden kann der Computer dann aus den Gehirnsignalen diese Aktion wieder dekodieren.

Das Brain Painting wurde auf mehreren wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops präsentiert, unter anderem auf der renommierten SIGGRAPH oder auf BCI Workshops. Das Brain Painting ist einerseits Ausgangspunkt, um fundamentale Fragen zu Kunst, Realität, Kreativität, und der Natur des Bildes zu stellen. Andererseits ist es eine bereits einsetzbare Anwendung, um körperlich behinderten Menschen neue Möglichkeiten des Ausdrucks und der Kommunikation zu eröffnen und damit die Lebensqualität zu steigern.

Brain Painting wird in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Andrea Kübler weiter entwickelt und im Rahmen der Ausstellung Pingo ergo sum im ARL von Prof. Schwabe auf neue Bereiche ausgedehnt, wie beispielsweise dem Brain Dancing, d. h. dem Tanzen in Virtueller Realität mittels Gedanken- und nicht Muskelkraft.

Brain Painting ist ein zentraler Bestandteil von Pingo ergo sum. Mehrere renommierte Künstler werden es verwenden und Besucher in Rostock und Linz können es ausprobieren. Mehr Details auf brain-painting.com.

Adi Hoesle doing Brain Painting